Eröffnung am 03. 11. um 18 Uhr
Öffnungszeiten
03.11. bis 01.12.
Aufsichtszeiten:
jeden Donnerstag 17-19 Uhr

„Stand clear of the clo­sing doors, plea­se!“ Wer schon ein­mal mit der U‑Bahn durch New York gefah­ren ist, hat die Durch­sa­ge direkt im Kopf. 
Da ist die­se Stim­me, die kurz bevor sich die Türen schlie­ßen auf­for­dert Abstand zu hal­ten. Eine all­täg­li­che War­nung, die im Tru­bel der Stadt bei­na­he unter­geht. Was danach folgt: Bewe­gung und eine Zeit­span­ne auf engem Raum gemein­sam mit vie­len ver­schie­de­nen Spra­chen, Gerü­chen, Kulturen…manchmal mit Aus­sicht, manch­mal getaucht in Dun­kel­heit und Neonlicht.

Auch die Stadt ist vol­ler Bewe­gung und Mög­lich­kei­ten, aber auch vol­ler Gegen­sät­ze. Men­schen unter­schied­lichs­ter Her­kunft tei­len sich den­sel­ben Raum und erle­ben ihn doch auf ganz ver­schie­de­ne Wei­se. Was für die einen Frei­heit bedeu­tet, kann für ande­re mit Unsi­cher­heit, Ein­sam­keit oder Aus­gren­zung ver­bun­den sein. Oft lie­gen die­se Erfah­run­gen unmit­tel­bar neben­ein­an­der. Auch in der berühm­ten Zei­le der New Yor­ker U‑Bahn liegt die­ser Wider­spruch: er ver­mit­telt Sicher­heit, zeigt aber auch an, dass sich etwas schießt.

In sei­ner Ein­zel­aus­stel­lung in der Bau­stel­le Schau­stel­le zeigt Sven Raik Ber­nick Ölma­le­rei­en, die aus sei­nen Begeg­nun­gen mit New York und den New Yor­kern ent­stan­den sind. Anleh­nend an die Ästhe­tik der schwarz-weiß Foto­gra­fie bil­den Stra­ßen, Gebäu­de und Men­schen den Aus­gangs­punkt sei­ner Arbei­ten. Doch die Bil­der zei­gen die Stadt nicht ein­fach so, wie sie aus­sieht. Per­spek­ti­ven ver­schie­ben sich, Grö­ßen­ver­hält­nis­se ver­än­dern sich und ver­trau­te Situa­tio­nen bekom­men etwas Unge­wöhn­li­ches. Die Bedeu­tung und der Fokus ändert sich. Beob­ach­te­tes ver­mischt sich mit Erin­ne­rung und Vorstellung.

Der Aus­stel­lungs­ti­tel greift die­ses Span­nungs­ver­hält­nis auf. Die schlie­ßen­den Türen kön­nen für einen Auf­bruch ste­hen, aber auch für ver­pass­te Mög­lich­kei­ten oder unsicht­ba­re Gren­zen. Gera­de in Zei­ten gesell­schaft­li­cher und poli­ti­scher Unsi­cher­heit bekommt die ver­trau­te Durch­sa­ge eine neue Bedeu­tung, ohne ihre all­täg­li­che Selbst­ver­ständ­lich­keit zu verlieren.

Ber­nick inter­es­siert sich dafür, wie Orte unser Erle­ben beeinflussen. 
War­um füh­len wir uns an man­chen Orten sicher und ver­bun­den, wäh­rend wir uns an ande­ren fremd oder ori­en­tie­rungs­los füh­len? Wel­che sicht­ba­ren und unsicht­ba­ren Kräf­te bestim­men, wie wir uns bewe­gen, begeg­nen und han­deln? Sind wir an unter­schied­li­chen Orten auch unter­schied­li­che Menschen?

Die Aus­stel­lung lädt dazu ein, New York nicht nur als Stadt, son­dern als per­sön­li­che Erfah­rung zu betrach­ten. Und viel­leicht auch die eige­ne Umge­bung mit ande­ren Augen zu sehen: Wel­che Räu­me ste­hen uns offen? Wo füh­len wir uns zuge­hö­rig? Und wel­che Türen blei­ben für uns verschlossen?