Eröffnung am 11.09. um 18 Uhr
Öffnungszeiten
11.09. bis 09.11.
Aufsichtszeiten: jeden Donnerstag 17-19 Uhr

WELLEN

In ihrer Aus­stel­lung Wel­len ver­wan­delt Han­na Maxi Schu­ma­cher die Bau­stel­le Schau­stel­le in eine raum­grei­fen­de Instal­la­ti­on aus Male­rei und Kera­mik. Aus­gangs­punkt sind Stof­fe, die sie zunächst mit Was­ser tränk­te, dann mit einer Mischung aus Hasen­leim und Pig­ment füll­te, fal­te­te und trock­nen ließ, um sie vor Ort zu einem Feld unter­schied­li­cher Ele­men­te zusam­men­zu­fü­gen. Die For­men die­ser Male­rei­en greift sie in Kera­mi­ken auf, zunächst auf Papier über­tra­gen, von dort auf Kar­ton­scha­blo­nen und zuletzt auf selbst geform­te Ton­flä­chen über­setzt. So tre­ten die Kera­mi­ken in Dia­log mit den Male­rei­en, aus deren Farb­ober­flä­chen ihre Sil­hou­et­ten her­vor­ge­hen: Sie lösen sich von der Flä­che, set­zen sich auf die Male­rei­en, ver­ste­cken sich dahin­ter oder lie­gen davor, wie Wesen, die aus dem Pro­zess her­vor­ge­hen, als Spu­ren des Wer­dens, und die im Zusam­men­kom­men ein­an­der hal­ten und tra­gen. So ent­steht ein beweg­li­ches Gefü­ge, das nur für die Dau­er der Aus­stel­lung die­se eine Form annimmt. Han­na Maxi Schu­ma­cher arbei­tet häu­fig in seri­el­len Werk­grup­pen, in denen ein­zel­ne Frag­men­te par­al­lel wach­sen und sich erst beim Auf­bau zu einer orts­spe­zi­fi­schen Kon­stel­la­ti­on zusam­men­fü­gen. Für Wel­len ent­wi­ckelt sie eine Instal­la­ti­on, die die klas­si­sche Bild­flä­che über­schrei­tet: Die Male­rei­en flie­ßen über Wand und Boden, sodass der gan­ze Raum zum Bild­trä­ger wird. Sie über­la­gern und ver­de­cken sich, reagie­ren auf­ein­an­der und auf ihre Umge­bung. Die Fal­ten in den Stof­fen blei­ben sicht­bar und ver­wei­sen auf das wie­der­hol­te Öff­nen und Schlie­ßen der Arbeit, aber auch auf den Trans­port zwi­schen den Orten ihrer Ent­ste­hung und der Aus­stel­lung, auf den noma­di­schen Cha­rak­ter, der den Arbei­ten inne­wohnt. Im Mit­tel­punkt steht dabei nicht das fer­ti­ge, abge­schlos­se­ne Werk, son­dern das Ent­ste­hen selbst: Wie bei einem Setz­kas­ten wird gehängt, zurück­ge­tre­ten, betrach­tet, wie­der abge­nom­men, bis die Anord­nung stimmt. Die­ses Hin­zu­fü­gen und Weg­neh­men ist als per­for­ma­ti­ver Akt selbst Teil der Arbeit. So ent­steht ein viel­stim­mi­ges Gefü­ge zunächst nicht zusam­men­ge­dach­ter Frag­men­te, das erst im Raum sei­ne eige­ne Ord­nung fin­det. Aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven erscheint die Arbeit immer wie­der anders, es gibt kei­nen pri­vi­le­gier­ten Stand­punkt, son­dern vie­le gleich­zei­tig. Sam­melnd, ver­we­bend, sich über­la­gernd ent­steht ein offe­ner Bild­raum, der Bewe­gung und Ver­än­de­rung nicht nur dar­stellt, son­dern selbst ver­kör­pert. Male­rei wird so zu einem fort­wäh­ren­den Pro­zess, in dem die Suche nach der Form selbst zum eigent­li­chen Bild­ge­gen­stand wird: In der abs­trak­ten Form zeigt sich nicht das Abbild einer Idee, son­dern der Zustand ihres eige­nen Werdens.