Eröffnung am 12.03. um 18 Uhr
+++ verlängert bis 28. April +++
Öffnungszeiten
12.03. bis 09.04.
jeden Donnerstag 17-19 Uhr

My Favo­ri­te Game…
Hakan Eren

Hakan Eren ist Bild­hau­er und arbei­tet mit viel­fäl­ti­gen Medi­en, vor allem in Form von Skulp­tu­ren, Objek­ten und Col­la­gen, aber auch von Zeich­nun­gen. Für die Aus­stel­lung in der Bau­stel­le Schau­stel­le hat Eren eine Zusam­men­stel­lung von Objek­ten mit einer Serie von Zeich­nun­gen kon­zi­piert: u.a. ein Drei­rad mit Hupe und Axt­klin­ge, ein an ein Ama­zon-Paket­zen­trum gemah­nen­des büh­nen­haf­tes Arran­ge­ment von Mario­net­ten-Kon­troll­ar­men und erns­te Har­le­quins. Den Objek­ten, die Eren zeigt, gemein­sam ist der Fokus auf die zeit­li­che Unmit­tel­bar­keit in der Anmu­tung hand­werk­li­cher Spiel­zeug­ele­men­te aber auch auf das Inein­an­der von Prä­zi­si­on und Impro­vi­sa­ti­on in der Kon­struk­ti­on, den spie­le­ri­schen Gebrauch und die Kon­trol­le mecha­ni­scher Abläu­fe. Die­se Arbei­ten prä­sen­tie­ren so eine Logik, die kenn­zeich­nend für die Form des Spiels ist: Spie­le haben für üblich einen fes­ten Rah­men an Regeln, inner­halb derer sich ein frei­er Ablauf ent­fal­tet, der das Spie­len des Spiels aus­macht. Gleich­wohl ist die Ant­wort dar­auf wer spielt — Akteur oder die Regeln des Spiels — weni­ger klar als es den Anschein haben mag. Wer tut, wer guckt, was pas­siert dabei? Erens Zeich­nun­gen zei­gen alle­samt als Clowns geklei­de­te Kin­der, von denen kei­nes beson­ders freund­lich oder gar glück­lich aus­sieht. Die trau­ri­ge See­le eines Pier­rot war noch nie um ihret­selbst­wil­len von Inter­es­se. Dar­in steckt ihre Tra­gik, der sich hin­zu­ge­ben nur die dümms­te Roman­tik wagen kann. Erens Clowns eig­net dage­gen ein wider­spre­chen­des Moment, das sich gleich ent­fal­ten wird. Du guckst mich zwar an, aber mir gefällt nicht, was du siehst; ich habe dar­um mei­nen eige­nen wun­den Punkt, von dem ich glau­be, dass du ihn dir viel­leicht falsch vor­stellst; war­te nur, nur noch kurz. Dann wird es Drei­rä­der geben mit einer Axt, mit dem zie­hen wir in den Krieg wie Mad Max. Wenn Busch dem unar­ti­gen Kind des 19. Jahr­hun­derts ein dis­zi­pli­nie­ren­des Mahn­mal setz­te, ima­gi­niert Eren des­sen post­apo­ka­lyp­ti­sche Wie­der­kunft. Wenn das Objekt zu spre­chen beginnt, wird der Blick in Fra­ge gestellt. Erens Arbei­ten scheint es um die­sen Schritt zu gehen — den Schritt vor alle Regeln oder auch um den Schritt nach den Regeln. Zur Fra­ge ste­hen so die Bedin­gun­gen eines Spiels, das sei­ne Frag­lo­sig­keit ver­lo­ren hat, oder eines Spiels, des­sen Regeln noch nicht feststehen.