Laufzeit: 08.12.2020 - 03.01.2021
BauSchau Düsseldorf, Brehmstraße 41
Öffnungszeiten
Durch das Schaufenster einsehbar, Termine nach Vereinbarung per E-Mail

Am Ende der stil­len Trep­pen steht ein klei­nes Gebäu­de, so groß wie ein Dau­men. Es ist ein fri­sches und wei­ches Haus, wel­ches dort steht und war­tet; gebaut aus sand­far­be­nem Stein. Die Wän­de sind alle von der glei­chen Län­ge und bil­den ein per­fek­tes Qua­drat von Haus. Man muss in die Knie gehen, um es näher betrach­ten zu kön­nen: An jeder Wand befin­den sich fünf blaue Fens­ter und jedes Fens­ter ist mit hän­gen­den, gel­ben Figu­ren deko­riert und jede der Figu­ren hält eine grü­ne Lam­pe. Die Figu­ren glit­zern im Licht, dre­hen sich und fal­len hin, heben sich selbst wie­der auf und tan­zen, nie ohne Anmut oder feh­len­der Geschwin­dig­keit. Zitro­nen, rot und bit­ter, waren von den Bäu­men her­un­ter­ge­fal­len und sind über­all auf den stau­bi­gen, schwar­zen Kacheln aus­ge­brei­tet, wel­che das gesam­te Haus umge­ben. Eini­ge der Zitro­nen sind auf­ge­platzt vom Fall. Ihr hell leuch­ten­des oran­ges, gel­bes und manch­mal tief­ro­tes Frucht­fleisch ist nun frei­ge­legt und fun­kelt in der Mittagssonne.

In mei­nen Arbei­ten befin­de ich mich auf der Suche nach dem Dazwi­schen. Mich fas­zi­niert der Traum­zu­stand, wo Zeit und Ort ver­dop­pelt wer­den. Phy­si­sche Orte ohne ein­deu­ti­ge Funk­ti­on, sowie Archi­tek­tu­ren wel­che sich zwi­schen Innen und Außen bewe­gen, sind für mich ein Sym­bol eines sol­chen Zustands. Auf Spa­zier­gän­gen suche ich nach sol­chen Orten — nie gezielt, jedoch nach zufäl­li­ger Ent­de­ckung. In der Stadt fin­den sich Höfe und Gär­ten, Reli­efs an Haus­wän­den oder Mau­ern, Mosai­ke, erhöh­te Plät­ze, Brun­nen, unvor­her­ge­se­he­ne Grün­strei­fen und Spiel­plät­ze. Bei ihrer Betrach­tung und Erfah­rung ver­mit­teln sie etwas Unein­deu­ti­ges, Tem­po­rä­res und Frei­es, was sie in sich tra­gen. Sie tun Fra­gen auf und laden zum Ver­wei­len ein, und gleich­zei­tig erfor­dern sie, dass man sich durch sie hin­durch­be­wegt um sie zu betrach­ten. Mit der Zeich­nung als Aus­gangs­punkt, ihre Flä­chig­keit und Beschränkt­heit durch die vier Sei­ten des Papiers beden­kend, ver­su­che ich mich an einen sol­chen Zwi­schen­ort anzu­nä­hern. Die Zeich­nung gelangt auf ver­schie­de­ne Arten in den Raum, und es tut sich im Arbeits­pro­zess eine Ebe­ne zwi­schen den Dimen­sio­nen auf.

Nura Afnan-Saman­da­ri, 1993 gebo­ren, stu­diert an der Kunst­aka­de­mie Düs­sel­dorf bei Prof.in Lena New­ton sowie als Gast­stu­den­tin bei Sabri­na Frit­sch. 2017 schloss sie ihr Bache­lor­stu­di­um auf Lehr­amt an der Uni­ver­si­tät zu Köln ab.

 

Aus­stel­lungs­an­sich­ten

 

 

 

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