Laufzeit 09.05. - 31.05.2020 durch die Schaufenster
Alissa Ritter: "Erinnerungsgeflechte", BauSchau Essen, Brigittastraße 9
Teresa Linhard: "Flink wie ein Wesen", BauSchau Düsseldorf, Brehmstraße 41
Öffnungszeiten
Termine nach Vereinbarung

Laufzeit 09.05. – 31.05.2020 durch die Schaufenster
Alissa Ritter: “Erinnerungsgeflechte”, BauSchau Essen, Brigittastraße 9
Teresa Linhard: “Flink wie ein Wesen”, BauSchau Düsseldorf, Brehmstraße 41

Die Baustelle Schaustelle e.V. hat sich entschlossen, auch in Zeiten von Corona KünstlerInnen die Möglichkeit zu geben, Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Durch Einsicht in die Räumlichkeiten, die dank der großen Schaufensterfronten möglich ist, werden parallel in Essen und in Düsseldorf jeweils eine Position gezeigt.
Nach einem gelungenen Start führen nun Alissa Ritter in Essen, und Teresa Linhard in Düsseldorf, das neue Format weiter.

Künstlergespräche in Form eines Videos verfügbar auf unserem YouTube-Kanal:
Mai 2020 // Virtuelle Führung / Alissa Ritter: Erinnerungsgeflechte

Alissa Ritter: “Erinnerungsgeflechte”

Erinnerungen werden zu Narrationen. Farben, Gerüche, Bilder und Emotionen lassen eigensinnige Geschichten entstehen, die teilweise aus eigenen Erinnergungsauszügen, teilweise aus Erzählungen anderer gebildet werden. Die erzeugten Bilder werden im Wach- oder Traumzustand immer und immer wieder gesehen, erlebt und verändert.
Raum ist dabei ein wichtiger Faktor. Er kann zum Aktions- oder Handlungsraum werden oder aber selbst zum Handlungsträger.
Was passiert aber, wenn sich Raum nun auf einen kleinen Teil des gewohnten Lebensraumes beschränkt, wenn nicht nur Umraum sondern auch Handlungsfreiraum eingegrenzt werden?
Durch die Folgen der Corona Pandemie erleben aktuell weltweit Menschen Ausgangssperren und Kontaktverbote. Dabei kann das Empfinden dieser Phänomene stark variieren.
Vermeintlicher Stillstand und soziale Isolation verstärken Emotionen wie innere Unruhe, Angst und Einsamkeit, Gefühle, die für einen Großteil der Bevölkerung schwer auszuhalten sind. Gleichzeitig eröffnet die Krise die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit ebendiesen Ängsten. Die Reduktion äußerer Reize und sozialer Ereignisse, kehrt den Blick des Individuums nach innen, wo neben existenziellen Fragen, Erinnerungen an Bedeutung gewinnen.
Die Malereien nähern sich dem Thema Raum und dessen Errinerungsgeflechten an. Malerisch werden abstrakt bis figurativ Begegnungsräume und Beziehungsgeflechte erforscht. Die gemalten Akteure sind mal allein im Austausch mit ihrem Umraum und sich selbst, ein anderes Mal eingebunden in einen Austausch mit anderen.
Das Medium der Malerei versucht diese bewussten und unbewussten Erinnerungsauszüge im Bild in Erscheinung treten zu lassen und entschlüsselt dabei Elemente, Ereignisse oder Dinge, die Teil dieses Sichtbarmachens werden können.

Teresa Linhard: “Flink wie ein Wesen”

Das Uneindeutige beschäftigt mich. Wir leben in einer Welt, die stark durch Klassifizierungen geprägt wird, unser westliches Denken folgt dem rationalistischen Verständnis der Wissenschaften, die die Erscheinung der Welt um uns herum in ihre Einzelteile zerlegt. Doch gleichzeitig mit dem Fortschreiten wissenschaftlicher Erkenntnis, existiert nach wie vor auch das Verlangen nach einer natürlichen Ursprünglichkeit in unserer Gesellschaft und wir lernen durch neue Erkenntnisse der Biologie, wie kraftvoll und intelligent die Natur ist. Auch in unseren westlichen Vorstellungen haben sich Teile von Natur-Erfahrung erhalten. In der christlichen Mythologie oder beispielsweise in den Sagen der Griechen (und Perser), wimmelt es von mächtigen Wesen, denen der Mensch ausgeliefert ist. Dabei wurden Mischwesen, zusammengestellt aus verschiedenen Tieren, eine besondere Macht und Kraft zugesprochen. Heute symbolisieren diese Wesen meist das Dämonische. Ist es ein Sinnbild unserer heutigen Zeit, dass alles was nicht eindeutig erscheint, auf uns böse wirkt?
Der Ausstellungsraum ist von fremdartigen Gestalten belebt. Changierend zwischen Fabeltier und Pflanze, sind diese Wesen Ausdruck einer Sehnsucht nach mehr Raum für die Unerklärlichkeit unserer Welt. Schattenhaft zeigen sie dem Betrachter ihre freie Form im Textil, sich ausbreitend, sich versteckend, sich windend, widerstrebend rationaler Kategorisierung.
Teresa Linhard, geboren 1992, studiert momentan an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Prof.in Tomma Abts. 2017 schloss sie ihr Bachelor of Arts Studium in Kommunikationsdesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle ab. 2015 absolvierte sie ein Auslandssemester in Vietnam an der University of Fine Arts Hanoi.

Die Ausstellung in Düsseldorf wurde gefördert durch