Kunstpreis 2016 // Jury wählt Romina Dümler zur Preisträgerin - - - 13. Mai // Ausstellung / Elizaveta Podgornaia - don't wear grandmas bra, please.

15.01. – 14.02.2016 // Ausstellung / Timo Krause

Veröffentlicht am 16. Dez 2015 in Aktuelles, Ausstellungen, BauSchau

wir unternehmen – architekturen der kunst

TimoKarte

Eröffnung: Freitag, 15. Januar – 19.00 Uhr

Mit einer kurzen Einführung in die gälische Geschichte und Kultur von D. Sutherland.
Dozentin für Englisch und Gälisch beim Englischen Institut Köln und Acadamaidh na Gàidhlig sa Ghearmailt, Bonn.

Baustelle Schaustelle e.V. | Brigittastr. 9, 45130 Essen
15.01. bis 14.02.2016 | Öffnungszeit: Mittwochs 15.30 — 18.00 Uhr und nach Vereinbarung

Die Baustelle Schaustelle e.V. freut sich mit der Ausstellung “wir unternehmen – architekturen der kunst” den Gewinner des Kunstpreises 2015 präsentieren zu dürfen. Timo Krause entwickelt für den Ausstellungsraum eine neue Arbeit.

Pressetext

„Der eigenen Zeit gegenüber […] treu zu sein, ein guter Genosse oder eine gute Genossin zu sein, bedeutet dabei nicht zuletzt, in das Kontinuum der chronologischen Zeit gewisse Diskontinuitäten einzufügen. Mit der Zeit zu sein, kon-temporär zu sein, heißt, so formuliert es Giorgio Agamben, die Zeit zu spalten, Zäsuren einzufügen, die sie allererst lesbar machen. Denn um den historischen Ort der Gegenwart zu bestimmen, muss man die Gegenwart zur Vergangenheit in ein Verhältnis setzen, und zwar so, dass die Gegenwart durch dieses Verhältnis
eine Richtung, die Richtung einer historischen Entwicklung erhält.“1

Timo Krause unternimmt den Versuch ein solcher Zeitgenosse zu sein. Ein Genosse der Zeit, der ihr beispringt, wenn es schwierig ist – wenn sie zu Indifferenz und Bedeutungslosigkeit verkommt.2 In der Kunst und im Leben.

Er arbeitet mit dem Anspruch, seine Verantwortung als Zeitgenosse wahr zu nehmen und ihr
nachzukommen, indem er in ständiger Selbstbefragung den Versuch unternimmt, nicht ‘bloß’ an der
chronologischen Zeit teilzunehmen, sondern sie zu verstehen und auf ein Mögliches hin zu öffnen.

Deshalb untersucht er wirksame Konzepte und Ideologien der globalisierten, digitalisierten,
ästhetisierten und ökonomisierten Gegenwart und Lebenswelt. Darin enthalten spielt (künstlerische)Arbeit, als verobjektivierende Tätigkeit des menschlichen Geistes, eine besondere Rolle. Zu ihr kehrt er thematisch immer wieder zurück, um sowohl ihre strukturellen und individuellen Bedingungen zu befragen, als auch ihren Wert für das menschliche Dasein.

Hierbei tritt “Arbeit als existentielles Phänomen hervor in welchem sich die Gemeinschaft, das
individuelle Bewußtsein, wie das Andere, die ‘Welt’ und ihre praktizierten Geschichten bündeln, sich in aktivem Miteinander hervorbringen, begegnen und transformieren.“3

Die Arbeiten umfassen dadurch all jene Medien, und die unterschiedlichsten Materialitäten, die die jeweiligen Situationen und die jeweiligen Kontexte bedingen. Sie sind intermedial, objekthaft, aus Beton oder Holz, digital aus Fotografie oder Video, und performativ, aus gemeinsam geschaffenen Situationen und Begegnungen von Menschen und mit Menschen. Als wichtiges Merkmal könnte dabei vielleicht herausgestellt werden, dass die intermedial kombinierten Arbeiten in sich jeweils, die mit den Orten, Situationen und Kontexten verbunden Wertvorstellung exponieren, und auf diese ortsspezifisch reagieren.

Unter anderem durch die “performativen Artefakte”, mobilisiert Timo Krause dabei in seinem Werk
“die ethische und soziale Dimension materiellen und immateriellen (Kultur) Arbeitens und stellt zur Disposition was wir (an der Kunst) eigentlich als wertvoll erfahren.”4

Auch in dieser Arbeit konfrontiert das Arrangement Timo Krauses „uns zum Beispiel ganz direkt mit der Frage, wie wir als (Kultur)Schaffende mit unserer sozialen Verantwortung, als Teil einer
fortschreitend durch ästhetisierte Industrialisierung geformten und gleichsam durch ihr Wachstum
bedrohten gesellschaftlichen Gemeinschaft, in unserem Handeln umgehen.“5

Wie sind wir in das Rüttenscheid des 21. Jahrhunderts gekommen? Und welche Rolle spielt dabei
jede*r Einzelne von uns? Gibt es eine Möglichkeit, wie wir uns unsere Zeit aktiv aneignen könnten d.h. zu-eigen-zu-machen und intentional gestalten zu können – auch, oder gerade, in der
permanenten Bedrohung des (gemeinsamen) Scheiterns?

Text: Nadine Schiel
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1 Rebentisch, Juliane (2013): Theorien der Gegenwartskunst. Junuis, Hamburg, S.13.
üArt? E-flux Journal, Berlin, S.23-39, hier: S.32, Zit.n.: Rebentisch, Juliane (2013): Theorien der Gegenwartskunst.
Junius, Hamburg, S.13.
3 Roos, Martin (2015) : Zu performativen Artefakten im Schaffen von Timo Krause.
Einleitende Worte, formuliert für Timo Krauses Bewerbung um den Kunstpreis der Baustelle Schaustelle 2015.
4 Vgl. ebd.
5 Ebd.

Mitschnitt des Vortrags

Ausstellungsansichten

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Fotos der Eröffnung

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